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Häufig gestellte Fragen

Stand: Juli 2008

  1. Wozu gibt es den Zoofachhandel?
  2. Wie erhält man eine Genehmigung für den Handel mit Heimtieren?
  3. Inwiefern setzt sich der ZZF für den Tierschutz im Zoofachhandel ein?
  4. Woran erkennen Heimtierhalter ein gutes Zoofachgeschäft?
  5. Woher kommt die Heimtierhaltung?
  6. Warum leben Menschen mit Heimtieren?
  7. Wie wirken Heimtiere auf den Menschen?
  8. Sind exotische Tiere als Heimtiere geeignet?
  9. Sollte die Haltung gefährlicher Wildtiere eingeschränkt werden?
  10. Wie steht es um den Tierschutz beim Transport von Heimtieren?
  11. Woher kommen die Heimtiere in Deutschland?
  12. Wie viele Zierfische leben in Deutschland?
  13. Gibt es gefährliches Zubehör für Heimtiere?

1. Wozu gibt es den Zoofachhandel?

Der Zoofachhändler vor Ort ist ein wichtiger Vermittler und Berater zwischen Tier und Mensch. Die im ZZF organisierten Zoofachhändler legen Wert darauf, intakte Partnerschaften zwischen Tier und Mensch zu vermitteln. Auf Grund ihrer Sachkenntnis und Angebotsübersicht sind sie in der Lage, Heimtierhalter umfassend bei der Wahl der Heimtiernahrung und des Zubehörs zu beraten. Der Zoofachhändler besitzt Kenntnisse über aktuelle Entwicklungen in der Heimtierhaltung und über das Tier- und Artenschutzrecht. Über den Verkauf hinaus bietet er praktische Hilfe, zum Beispiel bei Wasseranalysen, bei der Maulkorbanpassung, beim Schneiden von Kleinsäuger-Nägeln oder bei der Ungezieferbekämpfung.

2. Wie erhält man eine Genehmigung für den Handel mit Heimtieren?

Jeder Zoofachhändler in Deutschland – im Gegensatz zu nicht gewerbsmäßigen Anbietern, beispielsweise auf Tierbörsen oder im Internet - benötigt nach § 11 Tierschutzgesetz eine Genehmigung für den Handel mit Heimtieren. Voraus¬setzung für die Erteilung dieser Erlaubnis ist unter anderem, dass die verantwortliche Person die für die Tätigkeit erforderliche Sach- und Fachkunde sowie die Erfahrung im Umgang mit den Tieren gegenüber dem zuständigen Veterinäramt nachgewiesen hat. Darüber hinaus prüft die Behörde, ob die Räume und Tierverkaufsanlagen tierschutzgerecht sind.

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3. Inwiefern setzt sich der ZZF für den Tierschutz im Zoofachhandel ein?

Im ZZF-Grundsatzprogramm von 1988 stehen die Verantwortung des Menschen für das lebende Tier und das Wohlbefinden der Heimtiere an erster Stelle. Dazu gehört die Richtlinie, kein Tier anzubieten, dessen Eignung als Heimtier zweifelhaft ist. Konkretisiert wurde dies 1991 in den Heidelberger Beschlüssen. Zu den Beschlüssen gehört beispielsweise auch die Entscheidung, im Zoofachgeschäft keine Hunde anzubieten. Mit diesen Selbstbeschränkungen übertrifft der ZZF die Anforderungen des deutschen Tierschutzgesetzes.

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4. Woran erkennen Heimtierhalter ein gutes Zoofachgeschäft?

Der ZZF hat Zehn Gebote veröffentlicht, an denen sich Tierfreunde bei der Suche nach einem verantwortungsbewussten Zoofachgeschäft orientieren können. Die Gebote weisen unter anderem darauf hin, dass sich das Personal Zeit für eine ausführliche Beratung vor und nach dem Kauf des Tieres nehmen muss.

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5. Woher kommt die Heimtierhaltung?

Die Entwicklungsgeschichte des Menschen zeigt, dass Tiere zur Vielfalt menschlicher Beziehungen gehören. In den Religionen, Künsten und in der Literatur wird deutlich, dass Tiere und Menschen nicht voneinander unabhängige Größen sind, sondern sich gegenseitig prägen und verändern. Die Beziehung zu Tieren ist in allen Kulturen ein wesentlicher Bestandteil menschlichen Lebens. Insofern ist Heimtierhaltung keine Freizeitgestaltung, sondern entspringt dem tiefen emotionalen Bedürfnis des Menschen, mit Tieren zusammenzuleben.

6. Warum leben Menschen mit Heimtieren?

Für viele Menschen ist die emotionale Unterstützung durch das Tier besonders bedeutungsvoll. Auch pädagogische, soziale und gesundheitliche Gründe spielen eine Rolle. Zoofachhändler berichten von Kunden, die durch die Verantwortung für zwei Meerschweinchen oder für einen Hund ihre Alkoholprobleme in den Griff bekommen haben, sich weniger einsam fühlen, ausgeglichener sind und seltener fernsehen. Zierfische und Reptilien werden auch auf Grund eines naturkundlichen Interesses gehalten. Die Beobachtung ihres Verhaltens und der Fortpflanzung ermöglichen ein unmittelbares Erleben der Natur. Diese Nähe zur Natur und die damit verbundene Liebe zu Tieren wecken bei Heimtierhaltern oftmals das Engagement für Natur- und Artenschutz.

7. Wie wirken Heimtiere auf den Menschen?

Wer ein Heimtier hält, lebt gesünder und geht seltener zum Arzt. Zu diesem Ergebnis kommt beispielsweise die Studie "The relationship between pet ownership and health outcomes", die auf Grundlage der Daten des vom Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin in Zusammenarbeit mit Infratest Sozialforschung erhobenen deutschen Sozio-ökonomischen Panels (SOEP) erstellt wurde. Von den positiven Wirkungen der Heimtierhaltung profitieren vor allem jene, die mit ihrem Tier länger als fünf Jahre zusammen leben. Viele andere Studien bestätigen, dass der Umgang mit tierischen Freunden Schlafstörungen, Depressionen, Kopfschmerzen sowie Herz- und Kreislauferkrankungen lindern kann. Pädagogen, Humanmediziner und Psychologen setzen Heimtiere daher ganz gezielt als Helfer bei den unterschiedlichsten psychischen und körperlichen Krankheiten ein. Die Untersuchungen belegen jedoch auch, dass die positiven Einflüsse nur dann wirken, wenn die Tier-Mensch-Beziehung intakt ist und die Tiere sich wohl fühlen, das heißt, wenn sie artgerecht gehalten werden. Sehr gute Erfolge konnten tiergestützte Therapien bei geistig und psychisch kranken Menschen erzielen. Da das Tier nichts von der Krankheit des Menschen weiß, benimmt es sich völlig ungezwungen. Das stärkt das Selbstwertgefühl des Patienten und durchbricht den Teufelskreis einer erlernten Hilflosigkeit. Eine Untersuchung unter Kindern mit Konzentrationsproblemen und Verhaltensauffälligkeiten hat gezeigt, dass der Umgang mit Tieren hilft, koordiniertes Verhalten und konzentriertes Arbeiten zu lernen.

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8. Sind exotische Tiere als Heimtiere geeignet?

Wenn von „exotischen“ Tieren die Rede ist, sind oft gefährliche Tiere wie beispielsweise Krokodile oder große Würge- und Giftschlangen gemeint. Auch besonders selten gehaltene Arten werden mitunter als „exotisch“ bezeichnet. Dabei bedeutet das Wort „exotisch“ eigentlich nur „fremdländisch“. So gesehen sind fast alle Heimtiere „exotische Tiere“, denn ihre natürliche Heimat liegt meist auf anderen Kontinenten. Der Wellensittich beispielsweise stammt aus Australien, und die Heimat des Meerschweinchens ist Südamerika. Gegen die Haltung dieser Tiere ist grundsätzlich nichts einzuwenden. Wenn es sich jedoch bei exotischen Tieren beispielsweise um besonders groß werdende Würgeschlangen oder gar Giftschlangen, Großkatzen und Kleinbären handelt, sind Vorbehalte ganz sicher angebracht. Solche Tiere werden deshalb in ZZF-Mitgliedsbetrieben gar nicht erst angeboten. Das gilt auch für sämtliche Arten der Landraubtiere (z.B. Frettchen). Einheimische Tierarten unterliegen übrigens generellen Handels- und Halteverboten. Welche Arten vom ZZF als für die Heimtierhaltung nicht geeignet eingestuft wurden, ist in den Heidelberger Beschlüssen des ZZF zum Tierschutz im Zoofachhandel festgelegt.

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9. Sollte die Haltung gefährlicher Wildtiere eingeschränkt werden?

Die Haltung gefährlicher Tiere durch Privatpersonen bedeutet nicht nur ein erhebliches Sicherheitsrisiko für die Bevölkerung, sondern weist häufig auch tierschutzrelevante Aspekte auf. Deshalb begrüßt der ZZF gesetzliche Regelungen, um die Bevölkerung vor Gefahren durch diese Tiere zu schützen. Beispielsweise wurde in Hessen durch die Änderung des Hessischen Gesetzes über die öffentliche Sicherheit und Ordnung (HSOG) die nicht gewerbsmäßige Haltung gefährlicher Wildtiere verboten. Der ZZF hat sich durch seinen Vertreter im hessischen Tierschutzbeirat aktiv an dieser Gesetzesänderung beteiligt. Verboten ist die Haltung von Tieren, die in ausgewachsenem Zustand Menschen durch Körperkraft, Gift oder Verhalten erheblich verletzen können. Zu den als gefährlich eingestuften Tieren gehören neben einigen Säugetier- und Riesenschlangenarten vor allem Krokodile, Giftschlangen, Spinnen und Skorpione.

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10. Wie steht es um den Tierschutz beim Transport von Heimtieren?

Der kommerzielle Transport von Heimtieren muss genehmigt werden. Die Tierschutztransportverordnung schreibt die Größe der Behältnisse, die Temperatur und die Versorgung der Tiere während der Fahrt vor. Nach Auskunft der zuständigen Behörden geben lediglich etwa 8 Prozent der Sendungen mit Wildtieren wie Reptilien und Spinnen Anlass zu Beanstandungen. Diese beziehen sich zudem in der überwiegenden Zahl der Fälle auf fehlende oder falsch bzw. unzureichend ausgefüllte Begleitdokumente, mithin keineswegs auf kranke, verletzte oder gar während des Transports verendeter Tiere. Die immer wieder zitierte Behauptung, dass 90 Prozent der nach Deutschland importierten Zierfische vor oder kurz nach der Ankunft sterben, ist längst widerlegt und konnte auch von den Urhebern dieser Behauptung nie nachgewiesen werden. Dies könnte sich auf Grund der hohen Transportkosten pro Tonne Wasser auch kein Zierfisch-Importeur leisten.

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11. Woher kommen die Heimtiere in Deutschland?

Der überwiegende Teil der in Deutschland angebotenen Heimtiere stammt aus Nachzuchten in menschlicher Obhut. Der ZZF setzt sich für die weitere Zunahme von Nachzuchten ein. Auch im Ausland werden Tiere gezüchtet, die nach Deutschland importiert werden. Zum Teil werden die Tiere in Ländern des natürlichen Verbreitungsgebietes der jeweiligen Art nachgezüchtet. Wenn von importierten Heimtieren die Rede ist, sind also nicht zwangsläufig der Natur entnommene Wildtiere gemeint. Kontrollierte Naturentnahmen in angemessenem Umfang können durch das damit zu erzielende Einkommen für die einheimische Bevölkerung den Schutz der jeweiligen Tierart und die Verteidigung ihrer Lebensräume gegen schädigende Eingriffe bewirken und somit zum Artenschutz beitragen. Der ZZF unterstützt Initiativen, die dem erforderlichen Schutz bestimmter Arten dienen, beispielsweise durch teilnehmende ZZF-Vertreter bei den Vertragsstaatenkonferenzen im Rahmen des Washingtoner Artenschutzabkommens.

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12. Wie viele Zierfische leben in Deutschland?

Für alle bisher behaupteten und veröffentlichten Zahlen über die Anzahl von importierten oder in Deutschland lebenden Zierfischen gibt es bislang keine seriösen Quellen. Der Industrieverband Heimtierbedarf IVH e.V. hat etwa zwei Millionen Aquarien und 2,3 Millionen Gartenteiche mit Fischen in Deutschland ermittelt. Die tatsächliche Anzahl der darin lebenden Zierfische lässt sich bisher nicht erheben, da wir nicht wissen, wie viele Fische in Deutschland gezüchtet werden. Außerdem gehen die Einfuhr- und Ausfuhrmengen nur in kumulierten Geldbeträgen und Transportgewichten, einschließlich des Gewichts des Transportwassers, in die offiziellen Statistiken ein. Im Übrigen stammt der überwiegende Anteil der in Deutschland gehaltenen – und nach Deutschland importierten - Zierfische aus Nachzuchten (insbesondere süd- und mittelamerikanische Arten aus Südostasien).

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13. Gibt es gefährliches Zubehör für Heimtiere?

Die artgerechte Haltung von Heimtieren ist in §2 des Tierschutzgesetzes vorgeschrieben. Wer ein Tier hält, muss es laut Gesetz seiner Art entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen. Einige tierschutzwidrige Produkte erfüllen diese Anforderungen nicht. Rundkäfige für Vögel, Hamsterkugeln oder Netzhängematten für Leguane beispielsweise können die Tiere unter Umständen schwer verletzen. Dennoch darf mit tierschutzwidrigen Produkten gehandelt werden. Denn nach dem EG-Recht sind Handelshemmnisse zwischen den Mitgliedsstaaten verboten und werden bei Verstoß mit Geldbußen geahndet. Der Handel mit tierschutzwidirigen Produkten ist zwar erlaubt, aber deren Anwendung ist in Deutschland nach dem deutschen Tierschutzgesetz verboten. Wenn die Tierschutzwidrigkeit eines Produktes – gegebenenfalls vor Gericht - belegt werden kann, ist die Verwendung des Produktes strafbar. Für viele Tierliebhaber ist gefährliches Zubehör nicht auf den ersten Blick erkennbar. Deshalb hat der ZZF eine Checkliste für tierschutzwidriges Zubehör erstellt.

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