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Magazin der Tierfreunde
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Übergroße Trennungsangst belastet Mensch und Tier

Endstation Tierheim?

Hunde sind anhänglich. Wie ein Schatten folgen sie ihren Menschen, hängen wie eine Klette an ihrem Halter. Die meisten leiden unter Trennungsangst, manche jedoch extrem. Wird ein solcher Hund von seiner ,Bezugsperson' getrennt, verändert sich sein Verhalten wie das von Mr. Hyde und Dr. Jekyll. Man kennt den Hund einfach nicht wieder; man meint, man habe es mit Persönlichkeitsspaltung zu tun.

Dabei ist die Erklärung einfach: Wenn ein Hund nicht fähig ist, die Trennung auszuhalten, gerät er in Panik. Er versucht dann durch hysterisches Bellen, Jaulen, Winseln seine innere Not zum Ausdruck zu bringen. Nutzt das nichts, wird er aggressiv, zerstört, was er kleinkriegen kann, oder ruiniert die Umgebung durch demonstrative Ausscheidung.

Reagiert der Tierhalter nun ratlos und falsch (nämlich mit Strafen) auf das Verhalten des urplötzlich ,,bösen Hundes", kann die Mensch-Tier-Beziehung schnell einen Knacks für's Leben bekommen. Besonders, wenn Arger mit der Umwelt dazu kommt - wenn etwa anonyme Briefe oder direkte Beschwerden von Nachbarn kommen, Abmahnungen seitens des Hausverwalters oder im schlimmsten Falle die Kündigung des Mietvertrages. Oft genug endet die Freundschaft zwischen Herr und Hund dann mit dem Gang ins Tierheim. Dabei könnte dem Tier mit einem Besuch beim Tierarzt geholfen werden!

Circa 15 bis 20 Prozent aller Hunde leiden unter übermäßiger Trennungsangst bzw. unter Problemen, die davon herrühren. Über die Ursachen der Trennungsangst bei Hunden gibt es keine letzte Klarheit. Fest steht aber, daß sie kein bestimmtes Rasse- oder Geschlechtsproblem ist. Nach allgemeiner Einschätzung ist bei Hunden mit Trennungsangst die Bindung zum Besitzer übermäßig stark ausgeprägt. Oftmals werden auch entscheidende Faktoren der Hundehaltung mißachtet. Tierarzt Dr. Thomas Steidl: ,,Wenn Hunde als Familienmitglieder gehalten wer-den, müssen sie auch als solche behandelt werden. Das heißt, man muß auch Zeit für sie haben." Zeigt der Hund in seinem Verhalten Symptome, die eine ausgeprägte Trennungsangst vermuten lassen, wird der Tierarzt nach eingehender Untersuchung eine gezielte Behandlung mit verhaltenstherapeutischen und medikamentösen Maßnahmen einleiten. Der Tierhalter muß dann im Rahmen der Verhaltenstherapie den Hund durch bestimmte Lernschritte dazu erziehen, sein Verhalten wieder zu normalisieren.

Eine Verhaltenstherapie ist langwierig und zeitaufwendig. Dem Schweizer Unternehmen Novartis ist es jetzt gelungen, einen entscheidenden Beitrag zur effektiven und gezielten Behandlung der Trennungsangst bei Hunden zu leisten. Die Schweizer haben ein neues Präparat herausgebracht, das den Lern- und Heilungsprozeß bei einer Verhaltenstherapie unterstützt und beschleunigt. Das gut verträgliche Mittel wird zweimal täglich mit oder ohne Futter verabreicht. Eine Behandlung mit dem neuen Mittel dauert in den meisten Fällen 60 bis 90 Tage.

Quelle: Magazin der Tierfreunde Nr. 6'98 Seite 6