|
Der deutsche Heimtiermarkt
Umsatz- und Strukturdaten 2001
Die Entwicklung des deutschen Heimtiermarktes verlief im Jahr 2001 zufriedenstellend, dies berichtet der Industrieverband Heimtierbedarf, IVH, Düsseldorf. So kann die Branche mit einem Gesamtumsatzvolumen von 2.775 Mio. Euro (+0,16%) ein stabiles - nominales - Ergebnis ausweisen. Generell soll es mehr Heimtiere in deutschen Haushalten geben.
Struktur

* Meerschweinchen, Hamster, Zwergkaninchen u.a.
Die Heimtierpopulation, so der IVH sei von 21,5 Mio. Tieren (ohne Zierfische) auf 22,2 Mio. Tiere um 3,3% angestiegen, wobei diese Entwicklung im Wesentlichen auf eine Zunahme im Bereich der Kleintierhaltung zurückzuführen sei.
Katzen im Plus, Rückgang bei Hunden
Die Anzahl der Katzen, die unverändert in 14% der deutschen Haushalte gehalten werden, sei um 1,5% auf 6,9 Mio. Tiere angestiegen. Diese Entwicklung führt der IVH auf den Trend zur Mehrfachhaltung von Katzen zurück. Offenkundig würde den Empfehlungen der Experten gefolgt, Katzen zu zweit zu halten, um ihrem natürlichen Spieltrieb gerecht zu werden und das Aufkommen von Langeweile zu verhindern. Dagegen reduzierte sich die Anzahl der Hunde, die in 13% der Haushalte leben, um 6% auf 4,7 Mio. Tiere. Dieser Rückgang sei ohne die öffentliche Diskussion über gefährliche bzw. aggressive Hunde nicht zu erklären.
Für pessimistische Zukunftsbetrachtungen sei jedoch kein Anlass gegeben: Eine vom IVH in Auftrag gegebene Repräsentativuntersuchung belegt, dass es nicht zu einem grundsätzlich hundefeindlichen Meinungsklima gekommen ist. Vielmehr verfügen Hunde und Hundehaltung unverändert über eine breite Sympathiebasis, die mit einer hohen Bereitschaft gekoppelt ist, sich wieder einen Hund anzuschaffen.
Starkes Wachstum bei Kleintieren, Aquaristik unverändert, kein Rückgang der Ziervogelhaltung
Die Anzahl der Kleintiere und anderen Heimtiere, die in 8% der Haushalte gehalten werden, ist laut IVH um 0,9 Mio. auf 5,7 Mio. Tiere angewachsen, wobei dieser Anstieg hauptsächlich auf eine Zunahme im Bereich der kleinen Säugetiere (Meerschweinchen, Zwergkaninchen etc.) zurückführen wird. Hier finde die Empfehlung der Experten ihren Niederschlag, die meisten Kleintierarten entsprechend ihrem Charakter als soziale Tiere nicht alleine, sondern zu mehreren zu halten.
Die Aquaristik erfreute sich wohl auch im Jahr 2001 einer gleichbleibenden Beliebtheit. So belief sich die Anzahl der in 6% der Haushalte befindlichen Aquarien unverändert auf 3,0 Mio.
Auch im Bereich der Ziervogelhaltung stellt der IVH gegenüber dem vorangegangenen Jahr keine Veränderung ergeben. So lebten weiterhin 4,9 Mio. Ziervögel in 7% der Haushalte.
Familien mit Kindern der größte Halterkreis
Mit insgesamt 59% stellten die Altersgruppen bis 49 Jahre nach wie vor den größten Anteil der Heimtierhalter dar. Bemerkenswert ist die Zunahme der Heimtierhaltung in der Altersgruppe über 65 Jahre von 11 auf 15%. Die Gründe hierfür werden sowohl in der soziodemografischen Entwicklung der Gesellschaft als auch in der erhöhten Bereitschaft älterer Menschen, ein Heimtier zu halten, gesehen. Bei den Haushaltsgrößen ergaben sich so gut wie keine Veränderungen. Mit fast 50% haben Familien mit Kindern nach wie vor den größten Anteil an der Heimtierhaltung.
Soziodemografisches Profil der Haushalte mit Heimtieren
| Alter | Anteil |
| bis 34 Jahre | 20% |
| 35 - 49 Jahre | 39% |
| 50 - 64 Jahre | 26% |
| über 65 Jahre | 15% |
| Haushaltsgröße | Anteil |
| 1-Personenhaushalte | 22% |
| 2-Personenhaushalte | 32% |
| 3-Personenhaushalte und mehr | 46% |
Differenzierte Marktentwicklung bei Fertignahrung
Bei einem Gesamtumsatzvolumen von 2.775 Mio. Euro (+0,16%) im Jahr 2001 entfielen 2.042 Mio. Euro (+0,1%) auf den Sektor Fertignahrung und 733 Mio. Euro (+0,3%) auf den Sektor Bedarfsartikel.
Positives Ergebnis bei Hundefutter
Das minimale Umsatzplus von 0,1% auf 849 Mio. Euro sei vor dem Hintergrund der 2001 rückläufigen Hundepopulation als positives Ergebnis zu bewerten. Wesentlichen Anteil daran hatten die verstärkte Nachfrage nach Premiumprodukten und die weiterhin leichte Zunahme (+1%) des Trockenfutterbereichs.
Steigerung bei Katzenfutter
Die Umsatzsteigerung von 0,8% auf 945 Mio. Euro beruht nach diesen Ermittlungen im wesentlichen auf einer Steigerung des Trockenfutterbereichs um 5,8% auf 152 Mio. Euro. Aufgrund ihres Conveniencecharakters dürften sich Produkte aus diesem Bereich auch künftig auf Wachstumskurs befinden.
Hauptumsatzträger bei Katzenfutter wird jedoch weiterhin der Feuchtfuttersektor bleiben, in dem 720 Mio. Euro (+0,1%) umgesetzt wurden. Auch in diesem Sektor bestätige sich der Conveniencetrend durch eine verstärkte Nachfrage nach Portionspackungen (Schalen sowie sog. Frischebeutel). Der Bereich Snacks/Katzenmilch lag 2001 dagegen mit 73 Mio. leicht im Minus (-1,5%).
Ziervogelfutter rückläufig, konstanter Zierfischfutterumsatz
Mit 106 Mio. Euro ergab sich 2001 bei gleichgebliebender Ziervogelpopulation im Fertignahrungsbereich ein Umsatzrückgang um 6,8%. Hierbei sei zu berücksichtigen, dass ein wesentlicher Teil der Ziervogelfütterung mit losen Saaten erfolgt, die von den Marktforschungsinstituten nicht erfasst werden.
Mit einem Umsatzvolumen von 60 Mio. Euro ergaben sich im Segment Zierfischfutter keine nennenswerten Veränderungen.
Im Umsatz Fertignahrung für sonstige Heimtiere sieht der IVH einen Zuwachs von 2,5% auf 82 Mio. Euro, wobei in diesem Bereich zu einem großen Anteil frisches Gemüse, Salat sowie Heu verfüttert wird.
Markt für Heimtier-Fertignahrung
| Hundefutter | Mio. EUR |
| Feuchtfutter | 323 |
| Trockenfutter* | 315 |
| Snacks | 211 |
| Total | 849 |
| Veränderung zum Vorjahr | +0,1% |
| Katzenfutter | Mio. EUR |
| Feuchtfutter | 720 |
| Trockenfutter | 152 |
| Snacks/Katzenmilch | 73 |
| Total | 945 |
| Veränderung zum Vorjahr | +0,8% |
| Ziervogelfutter** | Mio. EUR |
| Allein-/Hauptfutter | 88 |
| Snacks/Treats | 18 |
| Total | 106 |
| Veränderung zum Vorjahr | -6,8% |
| Zierfischfutter | Mio. EUR |
| Allein-/Hauptfutter*** | 34 |
| Ergänzungfutter | 26 |
| Total | 60 |
| Veränderung zum Vorjahr | +0,1% |
| Futter für sonstige Heimtiere | Mio. EUR |
| Allein-/Hauptfutter | 82 |
| Veränderung zum Vorjahr | +2,5% |
| Total |
| 2.042 Mio. EUR |
| +0,1% |
* inkl. Halbfeuchtfutter
** zusätzlich ca. 25 Mio. EUR Winterfutter und loses Futter für Züchter
*** inkl. Teichfutter
Heimtierbedarfsartikel: Unterschiedliche Entwicklungen
Bei insgesamt einer geringfügigen Zunahme um 0,3% auf 733 Mio. Euro im Bereich der Bedarfsartikel werden unterschiedliche Entwicklungen in den einzelnen Teilmärkten festgestellt.
So belief sich der Umsatz im Hundebereich unverändert auf 117 Mio. Euro. Dagegen war im Katzenbereich eine Zunahme um 3% auf 137 Mio. Euro zu verzeichnen. Bei Katzenstreu ergab sich mit 174 Mio. Euro ein leichter Rückgang (-0,8%). Der Umsatz im Ziervogelbereich verminderte sich um 3% auf 61 Mio. Euro. Mit unveränderten 178 Mio. Euro Umsatz bestätigte hingegen der Zierfischbereich seine gefestigte Marktposition. Im Bereich Kleintiere und andere Heimtiere war schließlich mit 66 Mio. Euro eine leichte Wachstumstendenz von 0,9% zu verzeichnen.
Markt für Heimtier-Bedarfsartikel
| Heimbedarfsartikel | Mio. EUR |
| Hunde | 117 |
| Katzen | 137 |
| Katzenstreu | 174 |
| Ziervögel | 61 |
| Zierfische | 178 |
| Kleintiere / andere Heimtiere | 66 |
| Total | 733 |
| Veränderung zum Vorjahr | +0,3% |
Umsatz nach Vertriebswegen
| Fertignahrung | Mio. EUR | in % |
| LEH* | 1.531 | 75 |
| Fachhandel** | 511 | 25 |
| Total | 2.042 | 100 |
| Bedarfsartikel | Mio. EUR | in % |
| Fachhandel** | 616 | 84 |
| LEH* | 117 | 16 |
| Total | 733 | 100 |
Umsatzzahlen zu Endverbraucherpreisen
* inkl. Drogeriemärkte, Discounter u. Aldi
** Zoofachhandel, Fachmärkte, Fachabteilungen in Gartencentern, Baumärkten etc.
Während im Fertignahrungsbereich unverändert der LEH mit 75% den größten Absatzkanal darstellt und 25% auf den Fachhandel entfallen, konnte der Fachhandel im Jahr 2001 wohl seine führende Stellung im Bereich Bedarfsartikel mit einem Anteil von 84% (2000: 83%) leicht ausbauen.
Bei der Entwicklung der Fachhandels-Vertriebsformen sei festzustellen, dass Franchiseketten und Einkaufskooperationen flächenbereinigt Umsatzsteigerungen verzeichnen konnten. Aber auch die Betriebe des klassischen Zoofachhandels, die konsequent auf Beratung, Spezialisierung und Servicequalität setzen, hätten ihre Position gefestigt beziehungsweise ausgebaut.
Angesichts der unverändert hohen Wertschätzung, die dem Tier in Deutschland entgegengebracht wird, und der großen Beliebtheit, der sich Heimtiere in unserer Gesellschaft erfreuen, habe die Branche allen Grund, mit Optimismus in die Zukunft zu blicken. (as/IVH)
Angaben ohne Gewähr
|