Streunende Hunde im Urlaub sind keine KuscheltiereZentralverband Zoologischer Fachbetriebe e.V. (ZZF) rät, keine zugelaufenen Vierbeiner aus südlichen Ländern mitzunehmen / Krankheiten werden unerkannt eingeführt 08. Juni 2010 Wiesbaden - Bei Reisen in südliche Länder entdecken immer mehr Deutsche ihr Herz für streunende Hunde und entscheiden sich aus Mitleid, sie in der Familie aufzunehmen. Der Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe e.V. (ZZF) warnt aus tierseuchenrechtlichen Gründen vor einer unbedachten Mitnahme von Streunern nach Deutschland: „Denn nur in den seltensten Fällen bedenken die frischgebackenen Hundebesitzer die möglichen Folgen: So kann es bei der Einreise in die EU Schwierigkeiten geben, wenn die vorgeschriebenen Dokumente wie Gesundheitszeugnis oder Impfpass fehlen“, sagt ZZF-Präsident Klaus Oechsner. Der Vierbeiner wird beschlagnahmt, monatelang in Quarantäne gehalten oder sogar zurückgeschickt. Außerdem sollte jeder Tourist überlegen, ob er auch wirklich ausreichend Zeit und Geld für einen Hund hat. Denn dem Tier ist nicht damit geholfen, wenn der Urlaubshund nach der Rückkehr im deutschen Tierheim landet, weil der Besitzer sich im Alltag mit der Tierhaltung überfordert fühlt.
ZZF empfiehlt Tierfreunden Hilfe vor Ort
Außerdem leiden viele streunende Hunde in südlichen Urlaubsländern unter Infektionskrankheiten wie Würmer oder Leishmaniose. Die Krankheiten werden häufig unerkannt nach Deutschland eingeführt. Dies stellt ein Gesundheitsrisiko für einheimische Tiere dar sowie - beispielsweise im Falle der Leishmaniose - auch für Menschen. Der ZZF rät Tierfreunden daher zur Hilfe vor Ort: Nachhaltig helfen könne man streunenden Hunden am besten mit einem Besuch beim Tierarzt. Denn Wurmkur und Impfung bedeuten Tierschutz im besten Sinne. Falsch wäre dagegen einen zugelaufenen Straßenhund am Urlaubsort vorübergehend zu füttern. Denn nach der Abreise ist der Vierbeiner wieder auf sich alleine gestellt. „Wer Vierbeinern helfen will, sollte Tierheime in den betroffenen Urlaubsländern unterstützen oder nach guter Überlegung einem Tier aus einem deutschen Tierheim ein neues Zuhause geben“, erklärt Klaus Oechsner.
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