Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe gegen Verkauf von Hunden im ZoofachhandelMitglieder im Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe (ZZF) verzichten auf Präsentation und Verkauf von Hunden / Neue Richtlinie übertrifft Tierschutzgesetz / Tips für Tierfreunde zur Auswahl von Tierheimen und seriösen Züchtern 21. November 2005 Langen - Das Präsidium des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands e.V. (ZZF) hat sich gegen den Hundeverkauf im Zoofachhandel ausgesprochen und mit großer Mehrheit beschlossen, ab sofort auf die Präsentation und den Verkauf von Hunden in ZZF-Mitgliedsbetrieben zu verzichten. Um Tierfreunden bei der Auswahl und Anschaffung eines Hundes zu helfen, empfiehlt der ZZF allen Zoofachhändlern die Zusammenarbeit mit Tierheimen oder seriösen Züchtern. Bislang war für ZZF-Mitglieder der Verkauf von Hunden nur unter Berücksichtigung von sehr strengen Auflagen bei der Betreuung und räumlichen Ausstattung erlaubt, mit dem Ergebnis, daß schon jetzt in keinem Mitgliedsbetrieb Hunde angeboten werden. "Mit unserem freiwilligen, generellen Verzicht sowohl auf die Präsentation als auch den Verkauf von Hunden in ZZF-Mitgliedsbetrieben übertreffen wir die Anforderungen des deutschen Tierschutzgesetzes und setzen neue Maßstäbe für den Tierschutz im Zoofachhandel", betont ZZF-Präsident Klaus Oechsner. Dies sei für ihn ein Grund mehr, warum sich verantwortungsbewußte Heimtierhalter bei der Auswahl ihres Zoofachgeschäftes für ein ZZF-Mitglied entscheiden sollten. Bei der Suche nach ZZF-Mitgliedsbetrieben hilft die Online-Mitgliederdatenbank unter http://www.zzf.de.
Die Entscheidung, auf den Verkauf von Hunden zu verzichten, basiere laut Oechsner darauf, daß insbesondere bei Hundewelpen die Prägungsphase als Rudeltiere außerordentlich hohe Anforderungen an die Bezugspersonen und Umgebung der Tiere stelle. Diese Anforderungen seien im Zoofachhandel nur sehr schwer zu erfüllen. "Einen mehrfachen Orts- und Personenwechsel, zum Beispiel vom Züchter zum Zoofachhändler und dann zum Halter, sollte man bei Hundewelpen vermeiden", erklärt Oechsner.
Bereits 1991 haben sich die ZZF-Mitglieder in den "Heidelberger Beschlüssen" freiwillig zahlreichen Selbstbeschränkungen im Handel mit Heimtieren unterworfen, die laut Oechsner schon damals über die gesetzlichen Vorschriften hinausgingen. "Die Beschlüsse beinhalten beispielsweise die Verpflichtung, keine Tiere zu verkaufen, die für eine artgerechte Heimtierhaltung ungeeignet sind oder bei denen es sich um Qualzuchten mit genetischen Defekten handelt". Die Förderung des Tierschutzes im Zoofachhandel, die Aufklärung über eine artgerechte Heimtierhaltung sowie das Engagement für den Natur- und Artenschutz gehören für Oechsner seither zu den wichtigsten Aufgaben des Verbandes. Die Heidelberger Beschlüsse können im Internet unter http://www.zzf.de heruntergeladen werden.
Tips zur Auswahl von Tierheimen und seriösen Züchtern
Verantwortungsbewußte Tierfreunde sollten Hunde nur in Tierheimen oder bei seriösen Hundezüchtern kaufen. Unseriöse Züchter und illegale Hundehändler sind jedoch für Laien oft nicht auf den ersten Blick erkennbar. Ein erster Hinweis kann die Zeitungsanzeige sein. Seriöse Züchter verkaufen in der Regel nur ein bis zwei Hunderassen, meist handelt es sich dabei um artverwandte Rassen. Bei Anzeigen, in denen viele unterschiedliche Hunderassen angeboten werden, ist Vorsicht geboten. Ebenfalls bedenklich ist es, wenn dem Interessenten nur ein einziger Welpe in privaten Wohnräumen präsentiert wird. Man sollte dann unbedingt nachfragen, ob man die Mutter, die Geschwister und auch die Zuchtanlage sehen darf. Wird dies mit scheinbar plausibel klingenden Argumenten abgelehnt, ist vom Kauf abzuraten. Auf Märkten und Tierbörsen ist vom Hundekauf aus denselben Gründen abzuraten. Dort handelt es sich oft um illegal importierte Welpen mit gefälschten Papieren, die obendrein unter dem Streß auf solchen Märkten leiden. Hundefreunde dürfen sich bei Züchtern auch nicht von klangvollen Zwingernamen beeinflussen lassen. Zwar legen sich auch seriöse Züchter solche Namen zu, weil das so üblich ist, aber ein frei wählbarer, ungeschützter Zwingername garantiert noch keine artgerechten Zuchtbedingungen.
Eine sinnvolle Alternative zum Züchter ist das nächstgelegene Tierheim. Anfänger sollten sich jedoch nur für Hunde entscheiden, deren Lebensweg möglichst lückenlos bekannt ist. Verstörte Tiere mit unbekanntem Lebenslauf und leidvollen Erfahrungen im Umgang mit Menschen gehören ausschließlich in die Hände von erfahrenen Hundehaltern. Verantwortungsbewußte Tierheime machen auf diese Besonderheiten der Tiere aufmerksam und zeigen Verständnis für Anfänger, die einen Hund haben möchten, der sich möglichst problemlos in seine neue Familie eingliedern läßt. Schließlich soll das Tier nicht nach kurzer Zeit wieder ins Tierheim zurückgebracht werden. Ein ausführliches Beratungsgespräch, in dem der zukünftige Hundehalter insbesondere nach seiner aktuellen Wohn- und Lebenssituation und seinen Erfahrungen im Umgang mit Tieren befragt wird sowie die Möglichkeit, den Hund testweise im Tierheim zu betreuen, sind wichtige Kriterien zur Auswahl des Tierheims und des Hundes. Tierfreunde sollten sich gut beraten lassen und einen Hund im Tierheim nicht spontan oder nur aus Mitleid auswählen, schließlich geht es um eine lebenslange Partnerschaft.
Weitere Tips zur artgerechten Heimtierhaltung und eine Online-Tierpraxis finden Tierfreunde unter http://www.zzf.de.
Heidelberger Beschlüsse:
http://www.zzf.de/ ueberuns/ leistungen/ roterpunkt.html pma 1305 - Veröffentlichung kostenfrei - Beleg erbeten
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