Hundetripper beim Rüdenvon Dr. Rolf Spangenberg 01. September 2009 Das kann Hundehalter zutiefst erschrecken: Aus der Vorhaut ihres meist schon etwas älteren Rüden kommt tropfenweise ein blutfarbenes Sekret. Ist das ein Zeichen für eine Blasenentzündung, eine Peniserkrankung oder gar einen Tumor? Auf jeden Fall sieht es sehr unappetitlich aus. Sicherlich wird man den Tierarzt aufsuchen und der kann nach kurzer Untersuchung beruhigen. Diese Erkrankung ist recht häufig und nicht bedenklich. Es handelt sich um eine Vorhautentzündung, wissenschaftlich „Balanoposthitis“ genannt und auch als „Hundetripper“ bekannt. In tierärztlichen Lehrbüchern kann man lesen, dass sie Hundehalter meist mehr irritiert als den betroffenen Hund. Immerhin, ein solcher Patient passt in keinen gepflegten Haushalt, womöglich noch mit Krabbelkindern. Überall am Boden findet man Tröpfchen, die vor Bakterien wimmeln. Deshalb muss der „Hundetripper“ behandelt werden:
Das kann zunächst einmal mit Spülungen versucht werden. Dafür nimmt man entweder desinfizierende Lösungen oder besser noch antibiotikahaltige Zubereitungen. Das Problem: Die Vorhaut und Penisschleimhaut ist sehr empfindlich. Die Medikamente dürfen also nicht reizen. Daher verwenden viele Tierärzte für diesen Zweck Euterpräparate aus der Großtierpraxis. Was vom hoch empfindlichen Eutergewebe vertragen wird, toleriert die Penisschleimhaut allemal. Leider ist die Behandlung langwierig, und viele Rüden sträuben sich gegen die Manipulationen an ihren empfindlichsten Stellen. Deshalb wird der Tierarzt in manchen Fällen zur Kastration raten, die auch hartnäckige Entzündungen relativ schnell abheilen lässt! Der Wirkungsmechanismus dieser Maßnahme ist bislang unbekannt, vielleicht beruht er auf dem Hormonausfall. Der Effekt ist aber überzeugend! |