Appetitlosigkeit bei ReptilienEinige Reptilienhalter sorgen sich, weil ihre Tiere nicht regelmäßig fressen wollen. von Dr. Rolf Spangenberg 01. Mai 2010 Reptilien erfreuen sich bei Heimtierhaltern zunehmender Beliebtheit, ein dekorativ eingerichtetes Terrarium ziert jeden Wohnraum. Nach sachkundiger Beratung und entsprechendem Einkauf im Zoofachgeschäft ist die Haltung der dort angebotenen Arten heutzutage kein Problem mehr. Auch das Futter, selbst Lebendfutter, kann gekauft werden; niemand muss beispielsweise Grashüpfer mühselig selber sammeln.
Doch vielfach machen Reptilien Sorgen, weil sie nicht regelmäßig fressen wollen. Dem kann natürlich eine Erkrankung zugrunde liegen, was nur ein Tierarzt erkennen und behandeln kann. Doch häufig handelt es sich um völlig normale Vorgänge. Grundsätzlich ist zu beachten, dass Reptilien nicht ständig und gleichmäßig Futter aufnehmen, längere Fastenperioden sind nicht ungewöhnlich, sie können verschiedene Gründe haben. Allgemein bekannt ist die Winterruhe der Schildkröten. Doch manche Schlangen legen ebenfalls gern eine längere Stoffwechsel-Ruhepause ein, um danach zur Fortpflanzung schreiten zu können. Auch die regelmäßige Häutung beginnt mit einer längeren Fastenperiode. Erst nach individuell unterschiedlichen Zeiträumen beginnen sich dann die Augen zu trüben, bis die alte Haut abgestreift wird.
Weniger bekannt ist, dass auch die beliebten Bartagamen normalerweise eine Fastenperiode einlegen. Sie entspricht der Sommerruhe ihrer australischen Heimat, kann aber bei uns praktisch zu jeder Jahreszeit auftreten, weil es sich ja um hiesige Nachzuchttiere handelt.
Abhängig von ihrer Größe und dem Alter fressen Schlangen sehr unregelmäßig. Große Riesenschlangen sind mit nur einer (!) Fütterung pro Jahr zufrieden, während kleine Terrarientiere einmal pro Woche bis einmal pro Monat Nahrung benötigen. Grundsätzlich muss der Terrarianer bei Reptilien umdenken, wenn er bisher nur Säuger oder Vögel gepflegt hat! |