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Terraristik für Einsteiger Welche Tiere sind für die private Haltung geeignet?Die Terraristik ist längst nicht nur ein interessantes Hobby für Spezialisten. Auch Jugendliche interessieren sich für diese spannenden Tiere, die teilweise tiergerechter gehalten werden können als manche Säugetierart. von Antje Schreiber 18. August 2010 Die Terraristik finden all jene Tierfreunde spannend, die Freude an Naturbeobachtungen in einem Biotop haben. Ob Schildkröten, Echsen, Frösche oder Schlangen - Reptilien und Amphibien sind im Hinblick auf die Entwicklungsgeschichte der Lebewesen außerordentlich interessante Tiergruppen. Allerdings: „Viele Tierfreunde unterschätzen, wieviel Sachkunde sie für die artgerechte Pflege ihrer Terrarientiere benötigen und dass nicht alle Reptilien für die private Haltung geeignet sind“, warnt Klaus Oechsner, Terrarianer, Zoofachhändler und Präsident des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe e.V. (ZZF). Spontankäufe aus Sensationslust oder aus Prestigegründen führen seiner Ansicht nach meist dazu, dass die Tiere nicht tierschutzgerecht gehalten werden.
So kommen immer wieder Kunden in sein Zoofachgeschäft, die am Wochenende spontan auf einer Tierbörse „etwas Grünes“ gekauft haben und nun fragen, „wie man so etwas füttert.“ Im kleinen Plastikbecher sitzt das „Grüne“, vielleicht ein junger Wüstenbewohner, der sich auf dem Weg zum Zoofachgeschäft schon seine erste Erkältung eingefangen hat. Für andere Neu-Terrarianer bleibt nach dem Erwerb des Tieres nur zu hoffen, dass sie eine geräumige Wohnung besitzen. Denn so mancher Anbieter auf Tierbörsen verschweigt beim Verkauf beispielsweise eines Baby-Tigerpython, dass das ausgewachsene Tier eine stattliche Körperlänge von etwa sechs Metern erreichen kann.
 | | Zoofachhändler empfehlen geeignete Terrarientiere und kennen sich mit den nationalen und internationalen Bestimmungen des Artenschutzes aus. © WZF/Berg |
Erst fragen, dann kaufen
Zukünftige Reptilienhalter sollten sich daher bereits vor dem Erwerb des Tieres über dessen Haltungsbedingungen, Bedürfnisse und Lebenserwartung informieren. Um vor und auch nach der Anschaffung des Terrariums einen Ansprechpartner zu haben, kauft man die Tiere und das passende Zubehör am besten im gut geführten Zoofachhandel mit Terraristikabteilung. Denn Zoofachhändler kennen sich auch mit den nationalen und internationalen Bestimmungen des Artenschutzes aus. Viele Reptilienarten sind vom Aussterben bedroht und streng geschützt. Für sie erhalten Tierhalter einen Nachweis der legalen Herkunft. Die Tiere müssen bei der zuständigen Artenschutzbehörde gemeldet und oft mit einem artenschutzrechtlichen Kennzeichen/Dokument versehen sein, was auch für in Deutschland nachgezüchtete Arten gilt.
Geeignete Heimtiere: Von Echsen bis Schlangen
Zudem haben sich die im ZZF organisierten Zoofachhändler in ihren Heidelberger Beschlüssen verpflichtet, nur Tiere anzubieten, die für die private Heimtierhaltung geeignet sind. Von Tieren, für deren Ansprüche an Futter-, Unterbringungs- oder Umweltbedingungen der Fachhandel nicht das benötigte Zubehör und Futter liefern kann oder die mittels tierschutzwidriger Fang- und Transportmethoden in den Handel gelangen, raten ZZF-Fachhändler dagegen ab. „Riesenschlangen und –schildkröten sowie giftige und gefährliche Tiere wie Gabunvipern oder auch Wildfänge, die von Parasiten befallen sind oder die mit dem Leben im Terrarium nicht zurecht kommen, haben nichts im Wohnzimmer zu suchen“, mahnt Klaus Oechser.
Unter den Schildkröten schätzt er als geeignete und auch vom Anfänger gut zu pflegende Tiere die Landschildkröten. Die Griechische oder Maurische Landschildkröte und die Breitrandschildkröte sind beliebte Terrarientiere – nicht zuletzt deshalb, weil sie überwiegend pflanzliche Kost fressen.
 | | Der Wüstenleguan sollte paarweise oder in kleinen Gruppen mit nur einem Männchen gehalten werden. © WZF/Schramm |
Die Echsen wurden vor allem nach dem Saurier-Boom der letzten Jahre beliebt. Faszinierend sind ihr drachenähnliches Äußeres, die teilweise wunderschöne Farbzeichnung und ihre interessanten Verhaltensweisen. Unter den Echsen sind die kleinen Leguanarten und viele Arten der Anolis, Agamen, Geckos und Skinke für die Heimtierhaltung geeignet.
Von Angst und Abscheu über Respekt bis hin zur Vergötterung reichen die Gefühle, die Schlangen bei den Menschen auslösen. Schlangenliebhaber wissen jedoch: Auch wenn sie anders aussieht, Schlangenhaut fühlt sich nicht schleimig, glitschig oder klebrig an. Allerdings muss sich jeder Schlangenhalter im Klaren sein, dass die Nahrung seiner Pfleglinge aus lebenden Tieren besteht. Im Unterschied zu anderen Terrarientieren nehmen nämlich die meisten Schlangen kaum Ersatznahrung. Für Anfänger sind viele Natternarten schöne Terrarientiere.
 | | Arizona-Königsnattern lassen sich gut im Terrarium pflegen und erreichen unter optimalen Haltungsbedingungen ein Alter von 20 und mehr Jahren. © zza |
Zu den Amphibien zählen die Schwanz- und Froschlurche. Es ist eine Tierquälerei, sie in Einweckgläsern oder in einem Minibecken zu halten. Ein gut ausgestattetes Feuchtterrarium ist für die artgerechte Haltung unbedingt notwendig. Für Anfänger sind beispielsweise die Korallenfinger, amerikanische Laubfrösche oder Feuerbauchunken geeignet.
Weitere Infos: http://www.zzf.de/ tips/ artikel/ 114.html |