Rudolf Altrock - ein Mann der ersten Stunde
Er gehörte mit Emil Haas und Gottlieb Göswein zu den Männern der ersten Stunde: Rudolf AItrock. AItrock war dabei, als an jenem denkwürdigen 28. September 1947 der "Zentralverband" aus der Taufe gehoben wurde. Man wählte ihn zum Vizevorsitzenden. 1959 löste er dann den zurückgetretenen Schwarz als Vorsitzenden ab. Nach zwölf Jahren verantwortungsvoller Arbeit in dieser Position wurde Altrock zum Ehrenpräsidenten gewählt.
Er wurde am 20 April 1903 in Wuppertal-Barmen geboren. Nach der Schulzeit absolvierte er eine kaufmännische Lehre in Delmenhorst, später eine fachliche Fortbildung im Badischen Samenhaus in Mannheim, wo er mit dem Zoohandel vertraut wurde.
Nach seiner Heirat übernahm Altrock im Jahre 1937 das in der Wiesbadener City gelegene, damals unbedeutende Zoo- und Samengeschäft Eichmann, das er mit seiner Frau und drei Mitarbeiterinnen zu einem angesehenen Unternehmen der Zoologischen Branche entwickelte. Bald wurde das Geschäftshaus in der Mauergasse sein Eigentum. Dort wohnte er auch. Altrock verlor 1980 seine Frau, mit der er beinahe 50 Jahre lang eine glückliche Ehe geführt hatte. Altrock verpachtete im Alter von 71 Jahren sein Geschäft und trat von seiner ehrenamtlichen Tätigkeit zurück. Er wurde einstimmig zum Ehrenpräsidenten gewählt.
Für seine verdienstvolle Verbandsführung wurde er einige Male gewürdigt. Die öffentliche Anerkennung seines Wirkens insbesondere auch wegen seiner Förderung des Naturschutzes - fand durch die feierliche Verleihung des Bundesverdienstkreuzes ihren Ausdruck.
Seinem bundesweiten Ansehen bei allen Landesverbänden war es zu verdanken, daß ihm all die Jahre fachlich erfahrene Vorstandskollegen zur Seite standen. Es waren u.a. Emil Haas, Frankfurt, der Nachfolger Altrocks im Präsidentenamt wurde, aber auch Schreiter, Stuttgart; Stammert, Kassel; Rehm, Nürnberg; Kamender, Gelsenkirchen; Demann, Berlin; Claas, Viersen; Lehnig, Braunschweig; Finger, Hamburg; Voss, Neheim-Hüsten und nicht zuletzt Brändle, Singen. In Rudolf Altrocks verdienstvolle annähernd 25jährige Verbandsführung als Vize und als Vorsitzender fallen zahlreiche Branchenprobleme, die gelöst oder deren entschiedene Bearbeitung eingeleitet wurden.
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Vordringlich schien ihm die Kontaktaufnahme zu den zuständigen Bundes- und Landesministerien und zu den einschlägigen Behörden und Verbänden des Naturschutzes, des Tierschutzes u.a. Organisatorisch wurde der Aufbau und die Gliederung des Verbandes in Fachgemeinschaften geordnet, die "International Pet Trade Organization" (IPTO) gegründet und somit die Zusammenarbeit mit den befreundeten Nachbarverbänden vertieft. Altrock galt als Garant für die internationale Zusammenarbeit.
Es wurde die Wirtschaftsgemeinschaft GmbH zum Ausbau der weltgrößten Branchenmesse, der "INTERZOO" gegründet. Auf dem Gebiet der Öffentlichkeitsarbeit wurden Pressedienst und Magazin der Tierfreunde ausgebaut, eine Werbegemeinschaft eingerichtet und finanziert. Der Zoologische Zentralanzeiger (ZZA) wurde als offizielles Verbandsorgan bestätigt und zum Pflichtbezug für die Mitglieder bestimmt.
Die Mitarbeit Altrocks bei der Gesetzgebung führte zu Erfolgen, so die Neuregelung der Beringung, die Regelung des Handels mit Papageien die Bekämpfung der Psittacose. Vereinbarungen mit der Industrie erfolgten, die Arbeiten auf dem Gebiet der fachlichen Ausbildung des Heimtierhandels wurden fortgesetzt. Es würde zu weit führen, all die Probleme, an denen Altrock mitgearbeitet hat, im einzelnen aufzuführen.
Am 21. März 1986 starb Altrock in Wiesbaden im Alter von 83 Jahren. Der Zentralverband ehrte seinen verstorbenen Ehrenpräsidenten Altrock, indem er sein Werk in vielen Punkten in seinem Sinn zum Wohle der Zoologischen Branche fortführte.
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