Dr. Martin Tripp drückte dem Verband seinen Stempel auf
Dr. rer. pol. Martin Tripp, langjähriger und allseits geschätzter Geschäftsführer des Zentralverbandes Zoologischer Fachbetriebe (ZZF), Träger des Bundesverdienstkreuzes l. Klasse, richtete die erste Geschäftsstelle ein: in der Frankfurter Börse. Er blieb bis zum Jahr 1975 im Amt. Als Dr. Tripp die Geschäftsführung übernahm, schrieb ihm Otto Gröndahl von der Hauptgemeinschaft des Deutschen Einzelhandels: "Als die Welt gewissermaßen schon vergeben war, und nur die Zoohändler übrig waren, griffen Sie zu und machten aus dem Laden peu à peu einen erstklassigen Verband mit Wirtschaftseinrichtungen, um die sich große Verbände vergeblich bemühen." In der Frankfurter Börse fanden sich ein Büro (Zimmer 117) und ein Schreibtisch für Dr. Tripp. Damals ein Branchenfremder, der sich fast 30 Jahre lang leidenschaftlich für die Sache engagierte.
1950 drohte ein organisatorischer Rückschlag. Dr. Tripp hatte die erste und zugleich größte Krise des neugegründeten Verbandes zu bewältigen. Der ehrgeizige Vorsitzende des Berliner Verbandes, Leo Blume, versuchte unter Mitwirkung Hamburger und Bremer Kollegen, die sich durch die Frankfurter Gründung zurückgesetzt fühlten, in Bremen einen "Hauptverband zoologischer Spezialgeschäfte" mit Sitz in Berlin zu gründen. Dr. Tripp bot sein ganzes diplomatisches Geschick auf, um in Einigungsverhandlungen in Goslar die "Rebellen" von ihrem Tun abzubringen.
Der erste Geschäftsführer des ZZF war in jeder Hinsicht ein bemerkenswerter Mensch. Er baute den Verband in einer Zeit auf. die zwar vom demokratischen Neuanfang geprägt war, aber auch von der Suche nach Orientierung in Erhards soeben ausgerufener "Sozialen Marktwirtschaft". Als Geschäftsführer prägte Tripp den Zentralverband in entscheidender Weise, verhalf ihm zu der Bedeutung. die er heute hat. Das Fundament, das von Tripp errichtet wurde. blieb bis heute die tragfähige Grundlage, auf der sich ein wirtschaftlich gesunder Zentralverband entwickeln konnte. Es war Dr. Tripp, der die Entscheidung traf, eine Wirtschaftsgemeinschaft zu gründen, die in den Folgejahren mit der INTER-ZOO die größte Zoofachmesse der Welt aufbaute.
Der frühere ZZF-Präsident und jetzige Ehrenpräsident Herbert Bollhöfer, der das Glück hatte, Dr. Martin-Tnpp eine Wegstrecke lang begleiten zu dürfen. charakterisierte den ehemalige Verbandsgeschäftsführer so: "Er kämpfte für die Durchsetzung seiner Ideen, war aber auch immer bereit, Gegenargumente zu hören und sie in seine Überlegungen einzubeziehen. Nicht nur das Urteil gestandener Zoofachhändler war für ihn wichtig und interessant, auch die Meinung des Nachwuchses wurde gehört und verarbeitet - und alles stets mit einer großen Portion Verständnis für die Ungeduld und die Unruhe der Jugend."
So war es nicht weiter verwunderlich, daß Dr. Martin Tripp die Gründung des Juniorenkreises nachhaltig unterstützt und gefördert hat. Neben dem "Bundesarbeitskreis junger Kaufleute", der unter der Leitung von Herbert Bollhöfer, Herford, und Karl Heinz Siepmann, Essen, und ab 1978 unter dem Vorsitz von Gudrun Bürkle, Fellbach, ein umfangreiches Programm absolvierte, etablierte sich im Herbst 1975 ein "Juniorenkreis", dem Dr. Tripp viel Vertrauen entgegenbrachte.
Auch nach dem Ausscheiden aus dem Amt des ZZF-Geschäftsführers blieb Dr. Martin Tripp dem Zentralverband eng verbunden. Zunächst als Berater und später als wacher und kritischer Beobachter, der viele nützliche Hinweise geben konnte. Für Bollhöfer und viele andere wurde Dr. Tripp im Lauf der Jahre ein väterlicher Freund, mit dem der Gedankenaustausch stets Freude bereitete. Auch wenn es um so ernste und weitreichende Themen ging wie Verbandsarbeit auf nationaler und europäischer Ebene, oder um die Probleme einer rasch wachsenden Messe - Dr. Tripp argumentierte ebenso tiefgründig wie elegant in der Formulierung.
Martin Tripp wurde am 30. April 1900 in Kassel geboren und nahm zunächst in Marburg ein wirtschaftswissenschaftliches Studium auf, das er in Berlin und Köln fortsetzte. Nach seiner Promotion waren Kassel und Frankfurt die ersten beruflichen Stationen Dr. Tripps. Nachdem der Zentralverband Zoologischer Fachhändler Deutschlands e.V. gegründet war, fand er in Dr. Martin Tripp einen Geschäftsführer, der mit anderen zusammen die Ziele des ZZF zunächst formulierte und sich dann mit Überzeugung dafür einsetzte. Der Glaubwürdigkeit dieses Mannes war im hohem Maße zu verdanken, daß der Verband wuchs. Er wurde in der Ära Tripp aber nicht nur mitgliederstark, sondern er entwickelte sich auch zur entscheidenden Stimme des Zoofachhandels und damit zum geachteten Gesprächspartner in der Öffentlichkeit.
Die Männer, die heute im ZZF Verantwortung tragen, haben ihrer Dankbarkeit gegenüber Dr. Tripp Ausdruck verliehen, indem sie ihm die Goldene Ehrennadel des Verbandes überreichten. Der langjährige ZZF-Geschäftsführer, der dem Verband Gestalt und Gewicht gab, verstarb im 91. Lebensjahr am 6. Juni 1990 in Frankfurt.
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