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Fachpresse 06.04.2022> Presse-Download

ZZF-Forum bringt Branche wieder zusammen


Die Heimtierbranche hat sich am 29. und 30. März in Frankfurt am Main getroffen / ZZF-Forum mit 130 Gästen ein voller Erfolg / Programm bot elf spannende Vorträge und Interviews / Nachhaltigkeit ist entscheidender Zukunftsfaktor / Experten raten zum Einstieg in Digitalisierung und Online-Handel

Ein Wiedersehen gab es in der letzten Woche beim ZZF-Forum der Heimtierbranche. "Endlich können wir uns persönlich treffen", freute sich ZZF-Präsident Norbert Holthenrich bei seiner Begrüßung am Dienstagmittag. Zu der beliebten Branchentagung, dieses Mal mit dem Titel "Nachhaltig und digital - Perspektiven für die Heimtierbranche", waren rund 130 Interessierte nach Frankfurt am Main gekommen. Anlass zur Freude gab es für die Heimtierbranche in wirtschaftlicher Hinsicht zwar schon, aber dass derzeit die Krisen kein Ende nehmen, prägte die Veranstaltung auch. "Wie durch ein Brennglas werden die Probleme der Zeit in der Krise verstärkt sichtbar", ordnete Moderatorin Antje Schreiber ein. Da helfe nur Flexibilität, um im Transformationsprozess am Ball zu bleiben.

Mit Bereitschaft zur Flexibilität konnte die Fressnapf-Gruppe ein herausragendes Jahresergebnis erzielen. Jochen Huppert, Mitglied der Fressnapf-Geschäftsleitung, präsentierte Eckpfeiler des Erfolges. "Man muss den Weg über die digitale Transformation auch gehen wollen", betonte Huppert. Die Gruppe habe sich vom stationären zum Omnichannel-Händler entwickelt, biete ihren Kunden Einkaufserlebnisse mit einer Rundum-Versorgung: Digitaler Tierarzt, Versicherung, Heimtierpflege, Tracker am Tier und vieles mehr.

"Die Gleichzeitigkeit von Herausforderungen beschäftigt uns am meisten", erklärte ZZF-Geschäftsführer Gordon Bonnet. Klimawandel, Digitalisierung, Pandemie und ein Krieg in Europa - da könne einem schon mal die Puste ausgehen. "Die Grünen arbeiten außerdem an neuen Tierschutzregularien, die auch die Heimtierbranche beschäftigen werden", verriet er. Er hält einige Vorschläge für wissenschaftlich nicht fundiert und unbrauchbar. "Hier gibt es gute Argumente in unseren Reihen und wir wollen dazu in den Dialog mit Politikern kommen", kündigte der Verbandschef an.

Bei der Transformation zu einem nachhaltigen Lebensstil sieht Hubert Wieser von Nestlé Purina neben der Politik und den Unternehmen auch die Konsumenten in der Pflicht. "Man muss die Kette vom Feld bis auf den Teller betrachten", meinte er. Sein Unternehmen habe sich die grüne Null bis 2050 vorgenommen. Im Heimtiersektor sei Fleisch ein zentraler Faktor. "Natürlich denken wir über Alternativen nach", so Wieser. Ernährungswissenschaftlerin Dr. Ina M. Henkel spitzte die Problematik zu: "Wir entscheiden in den nächsten 10 Jahren für die Entwicklung der nächsten 10.000 Jahre." 630 Kilo CO₂ produziere ein Hund im Durchschnitt pro Jahr. "Das heißt nicht, dass wir keine Tiere mehr halten sollten, aber wir müssen uns anders organisieren", sagte die Mit-Initiatorin von Animals For The Planet.

Um nachhaltige Gestaltung mit Wasser ging es im Vortrag von Matthias Oetting, OASE GmbH. "Wassergärten sind Lebensräume und Aquaristik kann cool sein", betonte er. Die neurowissenschaftliche Forschung habe bewiesen, dass die Integration von Wasser in Gärten, Wohnräumen und im Zoofachhandel zum Wohlgefühl beitrage. Dr. Rowena Arzt, Bereichsleiterin Messen bei der WZF, zeigte einige Ansatzpunkte für die Integration von Nachhaltigkeitsaspekten auf: Verpackung, Inhaltsstoffe, Transparenz. "Haben sich Unternehmen 2018 noch gefragt, wie groß ihr CO₂-Fußabdruck überhaupt ist, sind wir heute einen Schritt weiter." Jetzt sei die Frage, wie die Strategie für eine CO₂-Reduktion aussehen könne.

Unternehmenscoach Peter Holzer sprach zum Abschluss des ersten Tages die Führungskräfte an. Zum "fight, kill and die" wie die US-Marines müsse man zwar nicht bereit sein, aber ohne "Fokus, harte Arbeit und den Glauben an die Unternehmensziele" käme auch Niemand auf einen grünen Zweig. Führungskräfte müssten im Transformationsprozess mutig vorangehen. "Mut zur Haltung und Exzellenz in der Ausführung" forderte Holzer.

Am Mittwoch ging es mit dem Thema Digitalisierung weiter: Martin Groß-Albenhausen, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes E-Commerce und Versandhandel, zeigte auf, wie wichtig es für den stationären Händler ist, auch im Online-Geschäft Fuß zu fassen. "Finden Sie heraus, was Ihre Kunden brauchen", forderte er die Händler auf. Auch der kleine Händler am Markt könne aus der Aktivität in sozialen Netzwerken Nutzen ziehen. Über die Plattform "Deine Tierwelt" referierte Geschäftsführer Daniel D'Amico. 250.000 Interessierte schauten sich jährlich auf der Plattform nach einem Heimtier von Privatpersonen, Händlern oder aus dem Tierschutz um. D'Amico sprach sich gegen ein generelles Verbot des Online-Handels mit Tieren aus, befürwortete aber eine Regulierung. "Bei uns müssen Anbieter sich legitimieren und Qualzuchten werden nicht angeboten", so die Absichtserklärung des Geschäftsführers.

Volker Ennenbach vom Tropenparadies informierte über den Handel mit Exoten. "Deutschland hat sich vom Zielland zum Herkunftsland entwickelt", fasste er zusammen. Es gebe immer mehr Nachzuchten und heute hielten sich Import und Export von Terrarientieren die Waage.

Mit Unternehmensberaterin Katja Holzhey fand die Tagung einen lebendigen Abschluss. Sie regte Unternehmer an, ihr Produkt-Portfolio aufzuräumen und sich der Transformation zu stellen. "Nicht den Absprung verpassen und gleich in die digitale Welt starten", dazu forderte sie auf. Der persönliche Zugang zu den Kunden und die emotionale Ansprache seien dabei das A und O.

Zwischen den Vorträgen nutzten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an beiden Tagen die Zeit, um Kontakte aufzufrischen und neue zu knüpfen.

In der abschließenden Befragung bewerteten die Forumsbesucher die Veranstaltung insgesamt mit der Note 1,8.

Das nächste ZZF-Forum der Heimtierbranche findet vom 21. bis 22 März 2023 in Niedernhausen statt.


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