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Das Naturschutzgelände des ZZF in Groneborn bei Leverkusen

Es ist ein wunderschönes Gelände voller Artenvielfalt: Das Areal in Gronenborn bei Leverkusen, das der Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe e.V. (ZZF) 1983 gekauft hat. Das Feuchtbiotop wird gepflegt von der Ortsgruppe der Landesgemeinschaft für Naturschutz und Umwelt Nordrhein-Westfalen e. V. (LNU). Zoofachhändler und engagierte ZZF-Mitglieder, insbesondere Helmut Imhäuser aus Leverkusen, hatten sich zur Aufgabe gemacht, das damals völlig verseuchte Gebiet, das im 18. Jahrhundert als Mühlteich angelegt worden war, umfassend zu renaturieren.

Einer der von Beginn an dabei war, ist Helmut Kinkler von der LNU. Seit 25 Jahren registrieren er und sein Team jedes Tier und jede Pflanze, die auf dem rund 1,2 Hektar großen Areal leben bzw. wachsen. Eine Daueraufgabe - inzwischen sind dort mehr als 2780 verschiedene Arten festgestellt worden. Die meisten davon sind Insekten (rund 1.800). Aber auch Kröten, Vögel, Fische und Pilze haben in und um den elf Teichen ihr Zuhause gefunden. "Wir haben beispielsweise eine Wildbiene entdeckt, die seit 100 Jahren in Nordrhein-Westfalen niemand mehr gesehen hatte", sagt Kinkler, der ein begeisterter Schmetterling-Beobachter ist. Auch eine asiatische Wanze, die über Kroatien nach Europa eingewandert ist, wurde erstmalig in Gronenborn gesichtet.

Biotop steht unter Naturschutz

Die Stadt hat die Artenvielfalt des Geländes mittlerweile erkannt und das Biotop unter Naturschutz gestellt. Das Gelände ist nicht öffentlich zugänglich und wird von Biologen und Fachleuten für wissenschaftliche Langzeitbeobachtungen genutzt. Man will dadurch lernen, wie sich die unterschiedlichen Tiere und Pflanzen ihren Lebensraum zurückerobern. Die Ergebnisse aus diesem "Freiland-Labor" bereichern das ökologische Wissen der Zoofachhändler im ZZF und machen sie zu qualifizierten Beratern in Sachen Feuchtbiotop. Helmut Kinkler arbeitet mit rund 40 Spezialisten zusammen, die die jeweiligen Tier- und Pflanzenarten bestimmen. Auf diese Weise konnten bislang mehr als 700 Käfer-, 460 Schmetterlings- und 85 Wanzenarten bestimmt werden.

 

Bisher mehr als 2780 Tier- und Pflanzenarten erforscht

Kinkler`s Steckenpferd sind beispielsweise die Springschwänze (Collembola), die im Boden leben und heruntergefallenes Laub zersetzen. 82 verschiedene Arten konnten mithilfe eines Experten bisher festgestellt werden. Es sind zwar schon mehr als 2780 verschiedene Tier- und Pflanzenarten wissenschaftlich genau erforscht worden, aber es gibt sicherlich noch weitere etwa 500 weitere Arten auf dem Gelände, so z.B. Milben, Blattläuse, Fliegen, Blatt- und Schlupfwespen sowie Moose und Flechten. Aber dafür gibt es in Deutschland heute nur wenige Experten, die diese Gruppen determinieren können oder sind nicht greifbar.

Jedes Jahr im Herbst wird das Biotop von rund 20 Helfern grundgereinigt, Hecken und Büsche werden zurückgeschnitten. Die Stadt stellt Container zur Verfügung, um den Grünschnitt aus dem Gebiet zu entfernen. In einem Jahr kamen schon einmal 30 Kubikmeter Grünschnitt zusammen.

Kröten durchwandern das Gelände

Ein Höhepunkt ist auch die jährliche Krötenwanderung zu den Teichen im Frühjahr. Bis zu 2000 Kröten, Frösche und Molche laichen in den Gewässern und ziehen sich anschließend wieder zurück. Lediglich die Teichfrösche bleiben in den Teichen. Um die Tiere bei ihrer Wanderung nicht zu stören, sperrt die Stadt zur Zugzeit nachts die Zufahrtsstraßen zum Biotop. Beobachten kann man die Unterwasser-Flora und -Fauna übrigens durch ein großes Schaufenster im Beobachtungsraum, der im Hauptdamm eingebaut wurde.

Kathrin Handschuh

Alle Ergebnisse der bisherigen Forschung auf dem Naturschutz-Gelände des ZZF:

> http://www.lnu-lev.de/5.html

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