Heimtier des Jahres 2023
Bartagame

Anlässlich seines 75-jährigen Jubiläums hat der Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe e.V. (ZZF) erstmals das „Heimtier des Jahres“ benannt. Für das Jahr 2023 fiel die Wahl auf die Bartagame. Der Verband der Heimtierbranche macht damit auf neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu den Bedürfnissen der kleinen Drachen mit stacheliger Kehlhaut – auf Englisch „Bearded Dragons“ –aufmerksam.

Warum ein „Heimtier des Jahres“?

Der ZZF setzt sich als Verband der deutschen Heimtierbranche für eine verantwortungsbewusste und tiergerechte Heimtierhaltung ein. Zum „Heimtier des Jahres“ ernennt der ZZF fortan jährlich ein Heimtier, welches mehr öffentliche Aufmerksamkeit verdient. Er möchte mit der Wahl ein Bewusstsein für Tierschutzaspekte schaffen oder aufzeigen, dass Nachzucht und Haltung einer bedrohten Tierart zum Artenschutz beitragen. Gekürt werden Tiere, die möglicherweise in der breiten Bevölkerung wenig bekannt, aber für die private Heimtierhaltung gut geeignet sind.

Unter den nominierten Tieren stimmt eine Jury aus Biologen, Zoofachhändlern, Tier- und Branchenexperten sowie Züchtern über die Vorschläge ab.

Heimtier des Jahres 2023

Steckbrief der Bartagame

Die Streifenköpfige Bartagame oder Farbbartagame (Pogona vitticeps) gehört zu den häufig gehaltenen Arten.
Foto: Stefan K. Hetz

Bartagamen sind Reptilien der Ordnung Schuppenkriechtiere, Unterordnung Echsen, Familie Agamen. Die verschiedenen Arten und Unterarten unterscheiden sich vor allem in Körpergröße, Kopfform, Körperfärbung, Kopfbestachelung sowie Anzahl und Form der Schuppen. In den 1960er Jahren wurden die ersten Bartagamenarten aus Australien nach Deutschland importiert. Seit einigen Jahrzehnten werden die Tiere nun in Deutschland nachgezüchtet. Die wechselwarmen Tiere regulieren ihre Körpertemperatur durch Sonnverhalten, aber auch durch Veränderung der Helligkeit ihrer Haut. Die Futteraufnahme erfolgt in der Regel am Tag. Für einige Wochen des Jahres legen sie eine Winterpause ein, bei der die Futteraufnahme auf ein Minimum eingeschränkt oder ganz eingestellt wird. Bartagamen sind Einzelgänger. Sie besitzen mehre Möglichkeiten, mit ihren Artgenossen durch Verhaltensäußerungen zu kommunizieren. In einer konstanten Umgebung lernen sie, dem Menschen zu vertrauen und zeigen ein Verhalten, welches wir Menschen in der Regel als freundlich, gutmütig und sympathisch empfinden. Die Hygiene im Umgang mit den Tieren sollte beachtet werden.

Häufig gehaltene Arten, weil auch für Anfänger geeignet:

  • Streifenköpfige Bartagame oder Farbbartagame (Pogona vitticeps)
  • Zwergbartagame (Pogona henrylawsoni)

Weitere Arten, die selten oder so gut wie nie gehalten werden und/oder deren Haltung größere Erfahrung voraussetzt:

  • Östliche Bartagame (Pogona barbata)
  • Kimberley Bartagame (Pogona microlepidota)
  • Westliche Bartagame oder Zwergbartagame (Pogona minor)
  • Nullarbor-Bartagame (Pogona nullarbor)
  • Kleine Bartagame (Pogona minima)
  • Mitchells Bartagame (Pogona mitchelli)

Streifenköpfige Bartagame oder Farbbartagame

(Pogona vitticeps)

  • Herkunft = natürliche Verbreitung: Östliches zentrales Australien
  • Lebensraum: halbtrockene Wälder und Trockenwälder; bevorzugt Gebiete mit hoher Sonneneinstrahlung
  • Lebensweise: bodenbewohnend, erhöhte Sitzplätze erforderlich; tagaktiv; Einzelgänger oder kleine Gruppe mit nur einem Männchen
  • Lebenserwartung: ca. 10 bis 15 Jahre
  • Verhalten: in der Natur eher Fluchttiere = scheu; in menschlicher Obhut nach Eingewöhnung recht zutraulich werdend
  • Geeignet für: Anfänger = Einzeltierhaltung
  • Artenschutz: kein internationaler Schutzstatus; Ausfuhrverbot in Australien => ausschließlich Nachzuchtexemplare verfügbar
  • Heidelberger Beschlüsse des ZZF:  Rote Liste – Tierschutz- B => Roter Punkt
  • Größe: Kopf-Rumpf-Länge von etwa 25 cm bei einer Schwanzlänge bis etwa 30 cm.
  • Gewicht: 250 – 500 Gramm
  • Ernährung: mixtivor (= „omnivor“) => pflanzliche sowie tierische Kost;
  • Jungtiere überwiegend tierische Nahrung (Lebendfutter wie Grillen, Heimchen und andere Insekten, zu energie- und fettreiches Futter vermeiden)
  • Erwachsene Tiere 80% pflanzliche Kost (Grünfutter wie Löwenzahn und Salat) in menschlicher Obhut Überfütterungsrisiko => bei drohender Verfettung Reduzierung tierischer Kost.
  • Terrariengröße: Die Größe des Terrariums muss in der Fläche so bemessen sein, dass sich die Tiere ungehindert bewegen können und Verstecke, erhöhte Sonnplätze und Stellen zum Graben im genügend tiefen Untergrund (Terrarienhöhe beachten) zur Verfügung stehen. Dabei sollten auch Futter- und Trinkgefäße nicht im Weg stehen. Als Mindestgröße empfiehlt sich 150 cm × 80 cm × 80 cm; ggf. + 15% Bodenfläche für jedes weitere Tier.
  • Terrarieneinrichtung: Trockenterrarium; mehrere Verstecke: Wurzeln, Korkäste, Kunstpflanzen, Steine; Bodengrund: Sand oder Desert Bedding (= Sand-Ton-Gemisch); Wärmelampe; UV-Lampen (Wärmelampen (Infrarot) und UV-Licht wie in der Natur mit sichtbarem Licht kombinieren); Rückwand; Thermometer und Hygrometer
  • Temperatur: 25 – 35° C - lokal wärmer (Empfehlungen bis 55° C)
  • Luftfeuchte: 40%, ab und zu besprühen
  • Winterruhe unverzichtbar: 5 – 8 Wochen bei 17 – 22° C ohne Beleuchtung; zuvor Einstellung der Fütterung und langsame Reduzierung der Tageslichtlänge und Temperatur über etwa 4 Wochen; anschließend langsame Erhöhung der Tageslichtlänge und Temperatur über etwa 2 Wochen.

Zwergbartagame

(Pogona henrylawsoni)

  • Herkunft = natürliche Verbreitung: Zentrales Queensland (Australien)
  • Lebensraum: baumlose Halbwüsten mit ausgeprägter Regenzeit
  • Lebensweise: überwiegend bodenbewohnend, aber in menschlicher Obhut häufig kletternd; tagaktiv; Einzelgänger oder kleine Gruppe mit nur einem Männchen
  • Lebenserwartung: ca. 10 bis 15 Jahre
  • Verhalten: in der Natur eher Fluchttiere = scheu; in menschlicher Obhut nach Eingewöhnung recht zutraulich werdend
  • Geeignet für: Anfänger = Einzeltierhaltung
  • Artenschutz: kein internationaler Schutzstatus; Ausfuhrverbot in Australien => ausschließlich Nachzuchtexemplare verfügbar
  • Heidelberger Beschlüsse des ZZF: Rote Liste – Tierschutz- B => Roter Punkt
  • Größe: Kopf-Rumpf-Länge bis etwa 15 cm; Gesamtlänge bis etwa 30 cm
  • Gewicht: 70 bis 80 Gramm
  • Ernährung: mixtivor (= „omnivor“)  pflanzliche sowie tierische Kost
  • Jungtiere überwiegend tierische Nahrung (Lebendfutter wie Grillen, Heimchen und andere Insekten)
  • Erwachsene Tiere etwa 60% tierische und 40% pflanzliche Kost (Grünfutter wie Löwenzahn und Salat); in menschlicher Obhut Überfütterungsrisiko => bei drohender Verfettung Reduzierung tierischer Kost, zu energie- und fettreiches Futter vermeiden
  • Terrariengröße: Die Größe des Terrariums muss in der Fläche so bemessen sein, dass sich die Tiere ungehindert bewegen können. Weiterhin müssen für die Tiere Verstecke, erhöhte Sonnplätze und Stellen zum Graben im genügend tiefen Untergrund (Höhe beachten) zur Verfügung stehen. Dabei sollten auch Futter- und Trinkgefäße nicht im Weg stehen. Als Mindestgröße empfiehlt sich
  • 120 cm × 60 cm × 80 cm, besser 150 cm × 80 cm × 80 cm für 1 – 2 Tiere; für kleine Gruppe eher 200 cm × 100 cm × 100 cm.
  • Terrarieneinrichtung: Trockenterrarium; mehrere Verstecke: Wurzeln, Korkäste, Kunstpflanzen, Steine; Klettermöglichkeiten; Bodengrund: Sand oder Desert Bedding (= Sand-Ton-Gemisch); Wärmelampe (bei mehreren Tieren ggf. mehrere Sonnplätze); UV-Lampen Lampen (Wärmelampen (Infrarot) und UV-Licht wie in der Natur mit sichtbarem Licht kombinieren); Rückwand; gut sichtbar angebrachtes Thermometer und Hygrometer
  • Temperatur: 25 – 35° C - lokal wärmer (Empfehlungen 40 bis 50° C)
  • Luftfeuchte: 30 – 40%, nachts bis 60%, ab und zu besprühen
  • Winterruhe unverzichtbar: 5 – 8 Wochen bei 17 – 22° C ohne zusätzliche Beleuchtung; zuvor Einstellung der Fütterung und langsame Reduzierung der Tageslichtlänge und Temperatur über etwa 4 Wochen; anschließend langsame Erhöhung der Tageslichtlänge und Temperatur über etwa 2 Wochen.

Heimtier des Jahres

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