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Weniger Energie fürs Aquarium? Diese Fische mögen es auch etwas kühler!

06.12.2022  |  Pressemeldung

Energiekosten fürs Aquarium im Winter lassen sich reduzieren / Fische aus subtropischen Regionen sind Temperaturschwankungen gewohnt und anpassungsfähig / Tipps fürs Energiesparen: Beleuchtung, Isolierung

Vertreter der aus höheren Lagen afrikanischer Länder stammenden Killifischgattung Aphyosemion fühlen sich auch bei niedrigeren Temperaturen zwischen 20 und 24 °C wohl.
Foto: Stefan K. Hetz

Hohe Energiekosten machen auch Aquarianern derzeit zu schaffen. Im Handel zeichnet sich jedoch ein Lösungsansatz ab. „Mithilfe einer guten Isolierung und LED-Beleuchtung lässt sich der Stromverbrauch reduzieren “, sagt Norbert Holthenrich, Präsident des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe e.V. (ZZF). Wer Fische aus subtropischen Regionen hält, könne zusätzlich Energie sparen: „Bei unseren Mitgliedsbetrieben im Zoofach- und Großhandel steigt die Nachfrage nach Zierfischen, die sich gut an die Temperaturen ihrer Umgebung anpassen können“, berichtet Holthenrich.

„Für subtropische Arten wie einige Killifische oder Zebrabärblinge reicht die Raumtemperatur für das Wohl der Fische aus, weshalb man die Wassertemperaturen um wenige Grade absenken kann, ohne in tierschutzrelevante Bereiche vorzudringen“, sagt Diplom-Biologe und Aquaristikexperte Dr. Stefan K. Hetz. Für diese Arten könnten Aquarianer die Wassertemperatur auf 24 Grad einstellen und nach weiteren Wochen gegebenenfalls um wenige Grade weiter absenken.

In den Subtropen sind die Tageslängen im Sommer und im Winter sehr unterschiedlich, an der Grenze der Subtropen zu den gemäßigten Breiten zum Beispiel mehr als fünfeinhalb Stunden. Das ist der Grund, weshalb Fische aus diesen geografischen Regionen sich besser akklimatisieren können. Sie passen dann ihren Stoffwechsel an die in der Natur vorherrschenden niedrigeren und höheren Temperaturen an.

Beispiele für subtropische Aquarienfische

Vertreter der aus höheren Lagen afrikanischer Länder stammenden Killifischgattung Aphyosemion fühlen sich auch bei niedrigeren Temperaturen zwischen 20 und 24 °C wohl, einige auch bei 18°C. Das entspricht ungefähr den Temperaturen, bei denen diese Fische auch im natürlichen Biotop vorkommen.

Die kleine gelbe Zwergbuntbarschart Apistogramma borellii kommt im Süden des südamerikanischen Paraguay-Einzugs vor. Wissenschaftler berichten von niedrigen Temperaturen um 12 °C, bei denen diese und eine weitere Art gefunden wurden. So tief darf die Temperatur im häuslichen Aquarium nicht sinken, aber mit Temperaturen zwischen 18 und 22 °C kommen die Fische einige Zeit des Jahres gut zurecht. Auch ihrer Gesundheit tut das verhältnismäßig kühle Wasser für einige Wochen im Jahr gut.

Zebrabärblinge sind eine schon seit mehr als hundert Jahren in Aquarien gehaltene Bärblingsart aus Asien. Bei ihrer Ersteinfuhr wurde darauf hingewiesen, dass die aus Indien im Bereich der Himalaya-Abflüsse stammende Art bei 18 Grad Celsius in Aquarien gut gehalten werden kann und sein volles Verhaltensinventar zeigt. In der Tat wurden im natürlichen Biotop der Fische Temperaturen zwischen 13 und mehr als 30 Grad gemessen. Ebenfalls aus Asien stammt der Kardinalfisch, ein friedlicher und bunter Fisch, der in einer kleinen Gruppe gehalten werden sollte. Kardinalfische sind auch bei Temperaturen von 12 bis 14 Grad noch sehr aktiv.

Die aktiven und farbigen aus Nordamerika stammenden Vertreter der Gattung Notropis erfreuen sich in letzter Zeit zunehmender Beliebtheit. Entsprechend ihrer Herkunft können sie bei niedrigen Temperaturen um 12 bis 18 °C gehalten werden.

Achtung Invasivität: Subtropische Fische sollten nicht in Gartenteichen mit einer Verbindung zu natürlichen Gewässern gehalten werden und natürlich auf gar keinen Fall ausgesetzt werden, damit sie nicht bei uns heimisch werden.

Energiesparen durch LED-Beleuchtung und gute Isolierung

Dr. Hetz, wissenschaftlicher Fachreferent beim ZZF, kennt weitere Tipps fürs Energiesparen: „Grundsätzlich lässt sich mit Hilfe von LED-Beleuchtung Energie sparen, denn die Effizienz dieser Beleuchtungsquelle in Lichtstärke pro Watt eingesetzter Energie ist derzeit am höchsten.“ Die Beleuchtung könne tagsüber gedimmt werden. Am Mittag sei das nur eine Option, wenn die verringerte Umgebungslichtstärke nicht dazu führe, dass sich die Fische mitten am Tag auf die Nacht einstellen. Das Zimmer sollte also während der Mittagszeit so hell bleiben, dass die Fische in den Aquarien weiterhin aktiv bleiben.

Bei der Aquarienheizung gibt es Möglichkeiten, den Wärmeverlust zu reduzieren. „Die Isolierung kann man verbessern, indem man die Scheiben, die nicht zum Hineinsehen genutzt werden, etwa die Rückwand oder Seitenscheiben mit technischen Schaumstoffen, isoliert“, erläutert Hetz. Diese Stoffe schließen Luft ein und vermindern so den Übergang von Wärme. Für die Bodenscheibe größerer, frei aufgestellter Aquarien eignen sich Hartschaumplatten mit mindestens zehn bis 15 Millimeter Dicke, in Aquarienmöbeln eingebaute Aquarien können von der Abwärme der technischen Geräte in Unterschränken profitieren. Die Seitenscheiben lassen sich mit Schaumstoffen isolieren, die der Dekoration wegen farbig oder mit einer Klebefolie versehen sind.

Mit der Abdeckung ihrer Aquarien können Aquarianer ebenfalls Energie sparen. Denn das Verdunsten von Wasser – im Sommer sehr willkommen wegen der abkühlenden Wirkung – entzieht dem Aquarium große Mengen von Energie. „Je nachdem, wie die Temperaturdifferenz und die Luftfeuchtigkeit der Umgebung sind, verdunstet mehr oder weniger Wasser“, sagt Dr. Hetz. Winterlich kühle und trockene Luft erhöhe die Verdunstung und damit den Wärmeverlust. Was hilft? Abdecken des Aquariums mit Glas- oder Kunststoffscheiben! Im Sommer dagegen ist der Kühlungseffekt erwünscht, so dass man die Abdeckung wieder wegnehmen sollte.

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