
Der internationale Heimtiermarkt – Fast 190 Milliarden Euro für Heimtierbedarf
Stabiler Markt mit großem Potenzial
Für viele Menschen rund um den Globus sind Heimtiere weit mehr als treue Begleiter – sie sind emotionale Stützen und vollwertige Mitglieder der Familie. Sie fördern soziale Verbundenheit und vermitteln Werte wie Verantwortung und Fürsorge. Die besondere Beziehung zwischen Mensch und Heimtier hat auch 2025 nicht an Bedeutung verloren – in Deutschland ebenso wie weltweit. In vielen europäischen Ländern etwa ist ihre Anzahl im vergangenen Jahr gestiegen.
Der globale Markt der Heimtierbranche verzeichnete ein Wachstum von 3,1 Prozent auf insgesamt 198,6 Milliarden Euro.
Die wirtschaftlichen Entwicklungen bringen allerdings Herausforderungen sowohl für die Branche als auch für Tierfreunde mit sich: Geopolitische Unsicherheiten machen den Markt unberechenbarer, steigende Kosten für Rohstoffe, Energie, Logistik und Personal treiben die Produktionskosten und damit die Verkaufspreise nach oben, gleichzeitig reagieren Tierhalter sensibler auf höhere Kosten.
Der Heimtiermarkt weltweit
Trotz der angespannten Wirtschaftslage entwickelte sich der internationale Heimtiermarkt 2025 positiv. Der Umsatz für Heimtiernahrung und -zubehör erzielte laut Euromonitor International 189,6 Milliarden Euro, was einem Wachstum von 3,1 Prozent entspricht. Für Heimtiernahrung lagen die Ausgaben bei knapp 140 Milliarden Euro, für Zubehör und Bedarfsartikel bei knapp 50 Millionen Euro. Für 2026 prognostiziert Euromonitor International einen Umsatz von knapp 200 Milliarden Euro weltweit.
Die größten Märkte sind Nordamerika mit 84,6 Milliarden Euro und Europa mit 52,4 Milliarden Euro.
Besonders dynamisch entwickelte sich die Region Mittlerer Osten und Afrika mit einer Wachstumsrate von 6,4 Prozent.
Im asiatisch-pazifischen Raum gaben Tierhaltende 2025 über 27,8 Milliarden Euro für Heimtierbedarf aus, was einem Wachstum von 4,7 Prozent entspricht. Die Umsätze teilen sich auf in 18,2 Milliarden Euro für Tiernahrung und 9,5 Milliarden Euro für Zubehör und Bedarfsartikel.

Tiergesundheit als Trend
Global betrachtet wächst der Heimtiermarkt weiter, aber differenzierter und anspruchsvoller als in den Jahren zuvor. Ein Trend sticht besonders hervor: Tiergesundheit. Das Segment „Healthcare“ ist mit einem Plus von 4 Prozent ein Innovations- und Wachstumstreiber. Für nicht verschreibungspflichtige Gesundheitsprodukte gaben Heimtierhaltende weltweit rund 10,5 Milliarden Euro aus, besonders stark ist die Nachfrage in Nordamerika (5,15 Milliarden Euro) und Westeuropa (2,37 Milliarden Euro).
Heimtiermarkt in Europa
In ganz Europa lebten 2025 Menschen mit rund 200 Millionen Hunden und Katzen und etwa 80 Millionen Kleintieren, Reptilien und Vögeln zusammen, hinzu kommen Fische in Aquarien und Gartenteichen. Die European Pet Food Industry Federation (FEDIAF) gibt in ihren Facts & Figures 2026 die Zahl der Haushalte mit Heimtieren für 2024 in Europa mit 140 Millionen an, 49 Prozent der Haushalte haben ein oder mehrere Heimtiere.
Die meisten Heimtiere lebten 2025 laut Euromonitor International in Deutschland: 39,4 Millionen. In Italien wurden 38 Millionen und in Frankreich 32,5 Millionen Heimtiere erfasst (Zierfische sind jeweils nicht einberechnet).

Das beliebteste Heimtier in Europa ist die Katze. Frankreich ist nach FEDIAF-Angaben der Spitzenreiter mit 16,2 Millionen Fellnasen. In Deutschland lebten 2025 15,7 Millionen Katzen (in 24 Prozent der Haushalte), in Großbritannien 12,3 Millionen. Auch weltweit gewinnen Katzen in den letzten Jahren an Bedeutung: Ihr Anteil an der Population von Hunden und Katzen stieg von 2019 bis 2025 um 2 Prozent.
Bei Hunden führt Großbritannien in Europa die Statistik mit 13,8 Millionen an, gefolgt von Spanien (10,4 Millionen) und Deutschland (10 Millionen).
Was die Verbreitung betrifft, liegt Spanien vorn: In 56 Prozent der spanischen Haushalte ist mindestens ein Hund oder eine Katze zuhause. Zum Vergleich: 29 Prozent aller Haushalte in Großbritannien und 25 Prozent der Haushalte in Deutschland haben einen dieser tierischen Mitbewohner.
Die meisten Ziervögel werden in Italien (12,7 Millionen) und der Türkei (11,9 Millionen) gehalten. Bei Aquarien liegt Großbritannien deutlich mit 17,1 Millionen vorn.
Großbritannien bleibt umsatzstärkster Markt
Der Umsatz der Heimtierbranche in Europa lag 2025 bei insgesamt 52,4 Milliarden Euro, wie die Zahlen von Euromonitor International ergaben. Großbritannien ist mit 7,5 Milliarden Euro das umsatzstärkste Land in Europa, Deutschland und Frankreich verzeichneten einen Umsatz von jeweils etwa 7 Milliarden.
In Europa erzielten die zehn größten Märkte insgesamt 38 Milliarden Umsatz – das entspricht 72 Prozent des Gesamtumsatzes. Diese Märkte bilden weiterhin das Rückgrat der Region. Die schneller wachsenden osteuropäischen Volkswirtschaften wie Polen und Rumänien holen auf und weisen für den Zeitraum von 2021 bis 2025 durchschnittliche jährliche Wachstumsraten von 13,8 Prozent beziehungsweise 10,7 Prozent auf.

Premium und Economy wachsen gleichermaßen
Das am schnellsten wachsende Segment in Europa ist Katzenfutter, hier lagen die Wachstumsraten bei Nass- und Trockenfutter sowie Snacks in 2025 alle über 7,5 Prozent.
Die zunehmende stärkere emotionale Bindung zu Heimtieren spiegelt sich in der Bereitschaft wider, Geld für Premium-Futter, Nahrungsergänzungsmittel und Lifestyle-Accessoires auszugeben. Zwischen 2021 und 2025 wuchs laut Euromonitor International das Segment der Premium-Tiernahrung wertmäßig um 33 Prozent. Gleichzeitig wuchs auch das Economy-Segment um 33 Prozent, was eine ausgeprägte Polarisierung signalisiert.
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Heimtiermarkt in den USA
Der US-Heimtiermarkt zeigt trotz der allgemeinen ökonomischen Entwicklung weiterhin Beständigkeit: Die mit der Heimtierhaltung verbundenen Umsätze beliefen sich 2025 nach Angaben der American Pet Products Association (APPA) auf insgesamt 158 Milliarden Dollar, wobei 68,3 Milliarden Dollar für Heimtiernahrung ausgegeben wurden. Hinzu kommen 34,4 Milliarden Dollar für Bedarfsartikel, Zubehör und Medikamente sowie 41 Milliarden für Tierarztkosten. Die Umsätze entsprechen einem Wachstum von 3,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr; für 2026 wird ein Zuwachs von 4,4 Prozent erwartet.
Auch die Zahl der Heimtierhaltenden blieb in den Vereinigten Staaten 2025 stabil: 71 Prozent aller US-amerikanischen Haushalte hatten mindestens einen tierischer Mitbewohner, was 95 Millionen Haushalten entspricht. Hunde lebten in 53 Prozent der Haushalte (das entspricht 71 Millionen Haushalten), Katzen in 39 Prozent (53 Millionen Haushalte). 65 Prozent der Heimtierhaltenden in den USA haben mehr als ein Heimtier.
Wie die APPA für 2025 aufzeigt, sind Heimtiere trotz knapper werdender Budgets nach wie vor ein wesentlicher Bestandteil der Haushalte. 82 Prozent der US-amerikanischen Heimtierbesitzer gaben an, dass ihre Haustierhaltung nicht von der Wirtschaftslage beeinflusst wurde. Tierfutter bildet nach Wohnkosten, Lebensmitteln und Kraftstoff die Nummer vier der wichtigsten Ausgaben.



